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Schlagwort: CO2

Klimaschutz ist einfach: Macht die Reichen reicher.

Eigentlich ist doch alles klar: Außer ein paar Maximalverwirrten bestreitet keiner mehr, dass zu viel CO2 zu einer Erwärmung des Planeten mit gar nicht so schönen Folgen führt.
Dummerweise passiert aber nichts rechtes. Alle wollen, aber keiner tut. Die beiden Gründe sind recht einfach und längst bekannt: Es ist unbequem und es kostet Geld. So weit, so schlecht.

Verbieten ist nett, aber zu langsam

Derzeit wird oft nach „mehr Verboten“ gerufen. Klingt einfach, funktioniert leider nicht. Bei einer Gesetzgebung, die Jahre für einen Konsens in Minimalfortschritten braucht, haben wir schlicht nicht die Zeit dafür. Ein wunderbares Beispiel ist das EU-Verbot von Plastik-Strohhalmen und -Besteck, das nach jahrelanger Diskussion neben weniger Meeresverschmutzung auch zu 3,4 Mio. t CO2/a weniger führen soll. Klingt viel, sind aber übersichtliche 0,08% des EU-Gesamtausstoßes von 4.291 Mio. t CO2/a.
Ich bin für dieses Verbot, aber es zeigt zugleich, dass jedes verbotene % CO2 jahrelange Vorarbeit kostet. Und der G-day (= die Greta-Version des D-day) für das 1,5 Grad-Ziel kommt in 9 Jahren. Bis dahin haben wir, wenn es gut läuft, 5% per Verbot erledigt.

Insbesondere die bösen Bonzenschweine (hier nachfolgend: bBS), denen Profit wichtiger ist als eine lebenswerte Umwelt der nächsten Generation, mauern halt massiv und sind dank lobbyismusverseuchter lahmarschiger politischer Gremien in der Position, mächtig zu bremsen.

Ein einfacher Paradigmenwechsel

Bedenkt man eins, ist die Sache aber mit einem schlichten Paradigmenwechsel plötzlich ganz einfach:

Die bBS halten nicht an Kohlekraftwerken und anderer Dino-Technik fest, weil sie sich daran aufgeilen, die Umwelt zu versauen. Sondern schlicht der Profite wegen.
Werfen wir den bBS den Milliarden, die sie mit Umweltzerstörung verdient haben, noch mehr Milliarden hinterher, um die Umweltzerstörung sein zu lassen, ist die Sache gegessen.

Wenn ein Kohlekraftwerk in seiner geplanten Restlaufzeit noch 2 Mrd. € verdienen wird, wehrt sich der Betreiber gegen CO2-Steuer und Laufzeitbeschränkungen, und das erfolgreich über Jahre. Gibt man dem Kraftwerksbetreiber 2,5 Mrd. € für eine umgehende Stilllegung, ist der Vertrag nach zwei Minuten unterschriftsreif und das Ding nächste Woche vom Netz. Und er wird das Geld zügig in den Ausbau erneuerbarer Energien stecken, weil er die 2,5 Mrd. € ja irgendwie investieren muss zwecks weiterer Profitmaximierung: Eine Klausel, dass von dem Geld kein neues fossiles Kraftwerk gebaut wird, traue ich den politisch Verantwortlichen dabei gerade noch zu.

Das P steht für pervers

An dieser Stelle werden sich vermutlich die meisten fragen, ob sie sich verlesen haben. Dieser durchgeknallte Blogger hat nicht wirklich gesagt, die superreichen Umweltzerstörer für ihre Verbrechen zu belohnen, statt zu bestrafen?

Doch, hat er. Im vollen Bewusstsein, dass dieses Konzept ungerecht, antisozial und ziemlich pervers ist. Jeder, der auch nur einen Hauch von Gerechtigkeitsgefühl hat, muss bei dem Gedanken kotzen. Ich auch. (Und ich übrigens gleich zweimal. Als liberal geprägter Volkswirt kann ich Subventionen und andere dirigistische Eingriffe an sich gar nicht leiden.)

Nur: CO2 ist ein Gas, das den Naturgesetzen unterliegt, und Naturgesetze interessieren sich nicht für Gerechtigkeit.

Die Sache mit den bBS-Subventionen hat bei aller Perversion genau einen Vorteil: Sie funktioniert.

Als nicht minder perverser Beleg die weltweit einzige Energiewende, die ihren Namen verdient: Die Zulassung von Fracking in den USA. Binnen nur 6 Jahren standen plötzlich Dutzende von Gaskraftwerken in der Landschaft und Gas hatte Kohle als wichtigster Energieträger überholt. Der staatlich verordnete Atomausstieg in Deutschland dagegen zieht sich über Jahrzehnte.
Nein, natürlich bin ich nicht für eine Umweltsauerei wie Fracking. Ich will radikal mehr erneuerbare Energien. Ich will damit nur eins sagen: Wenn die bBS Geld wittern, geht plötzlich alles ungeahnt schnell. Weil: Die haben die Strukturen und die Ressourcen.

Ähnliches gilt für Autos: „Hey Audi, hey BMW, hey Mercedes, wie viel Milliarden muss ich euch in den Rachen werfen, damit ihr ab morgen keine grausamen Spritsäufer mehr verkauft?“
Heute werden E-Autos gefördert, indem man den Kunden Geld gibt. Zugleich stagniert aber der Mineralölverbrauch in Deutschland vor sich hin, statt wirklich weniger zu werden. Diskutieren wir lieber mit den bBS, wie viel Cash man ihnen reinschieben muss, damit sie die Dinger aus dem Programm werfen.
(und ja, das Geld wird vermutlich den Managern und Aktionären und nicht den Arbeitnehmern zugutekommen. Und nein, das ist nicht lustig. Aber von sozialer Gerechtigkeit geht der Mineralölverbrauch nicht zurück)

Das wichtigste Wort ist die politische Durchsetzbarkeit. Gegen Steuergeschenke gibt es halt keinen wirklichen Widerstand. Gegen alles, was wehtut, schon.
Natürlich sind solche Steuergeschenke am Ende des Tages viel teurer, als es eine klare, konsequente Gesetzgebung eines schlanken und starken Staates wäre. Muss gerade mir keiner erklären. Nur: Wir haben keinen solchen Staat. Siehe oben. Und wir haben keine Zeit, auf einen besseren Staat zu warten, erneut siehe oben.

Den Kindern zuliebe: Denkschemata

Liebe Gutmenschen, ich weiß, dass ihr Qualen leidet. Eure Denkschemata sehen vor, dass eine ökologisch intakte Welt auch eine soziale Welt ist. Eure Denkschemata sehen vor, dass es einen ganzheitlichen Kampf für hehre Ziele gibt, und da stehen Umwelt und Gerechtigkeit Schulter an Schulter ganz vorne. Hätte ich auch gerne so, wirklich.

Legt mir ein funktionierendes Konzept auf den Tisch, mit dem beide Ziele zusammen schnell verwirklicht werden können, und ich liebe euch dafür, mein Konzept wegwerfen zu können.

Bis dahin überfrachtet die ohnehin schon megakomplexe Klimadiskussion bitte nicht mit sozialen Aspekten und lasst zu, dass die Klimarettung die Reichen noch reicher macht. Unseren Kindern zuliebe.